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Johann Sebastian Bach, seine Kantaten und meine luftigen Nachmittage

August 13, 2006

In Punkto „Ernster Musik„, die übrigens gar nicht immer so ernst ist, wie ihr Name vorgaukelt, bin ich ein Freund der Barocken Epoche bzw. der Vorklassik oder Klassik. Am allerliebsten – weil so fein luftig beschwingend – genieße ich immer wieder die Brandenburgischen Konzerte, die sich zum langen gemütlichen Frühstücken vortrefflich hören lassen. Selbstverständlich nur in einer der gar wunderbaren Einspielungen von Sir Neville Mariner mit der Academy of St. Martin in the Fields. Andere Dirigenten bzw. Orchester lasse ich da gar nicht gelten! Keine Chance!

Generell lausche ich aber nicht ständig solch „Ernster Musik“. Von der ich im Grundsatz gar nicht mal viel Ahnung habe. Obwohl ich ja jetzt schon einmal zweimal über meine temporären Opern-Anwandlungen geschrieben habe. Nein, mein Musikgeschmack ist locker so weit gefächert, wie das Straßennetz in Rom; und mindestens so verwirrend.

Ich höre schlichtweg gerne schöne Musik. Harmonische, die mich berührt. Und das kann aus allen Bereichen sein. (Ja, selbst Punk kann spannende Harmonien haben!) Wenn ich dann – wie hier – ein zwei Worte dazu schreibe, sind sie sicher fachlich nicht wirklich fundiert, aber immerhin emotional aus dem Bauch heraus. Und damit für mich authentisch!

Meine ganzen CDs, die ich zu einem großen Teil schon in mein i-Tunes eingespielt habe, beweisen meine diversifizierten stimmungsabhängigen Musikvorlieben anschaulich!

Das mit i-Tunes und dem PowerBook – bzw. dem iPod – hat den Vorteil, daß ich die Dinger – überall, wo ich bin – an kleine aber exzellente Boxen anschließen kann und so immer und überall hervorragenden Hörgenuß habe. Ohne ständig Unmengen von CDs mit mir rumzuschleppen.

Auf jeden Fall bin ich neulich – wegen meiner offenkundigen und über die Landesgrenzen hinaus bekannten und fast schon exzentrischen Bach-Frühstücks-Vorliebe – aus dem lieben Freundeskreis reich beschenkt worden. Und zwar mit einem feinen spannenden Bach CD Schuber.

Aber erst einmal „Oh Schreck – Oh Weh“, denn nichts da mit vermuteter beschwingter Frühstücksmusik. Berührende Kantaten und Messen waren es, die mir da entgegenschallten. Beim Frühstück unter Umständen ein etwas schwerer Happen. Beim Abendessen wohl ebenfalls. Für einen regnerischen ruhig entspannen Sonntag-Nachmittags-Kaffee aber schon eher ein sehr interessantes und lohnenswertes musikalisches Unterfangen. (Für andere nette Menschen, wie Martin Hufner, der enthusiastisch von seinen 60 70 CDs mit Kantaten (sic!) berichtet, ist es das vielleicht auch den ganzen Tag. Wer weiß…)


© Copyright: EMI Classic

Oder aber – und das probierte ich letztes Wochenende aus – bei einer gemütlichen Überlandfahrt durch die schönen Alleen und frohen Landschaften Brandenburgs.

Punktlandung! Das ist es! Offene Fenster, die mir gut riechenden Landwind um die Nase blasen. Dazu aus den Boxen sehr laut eine musikalische Mischung aus froher Leichtigkeit und wilder Intensität mit Erlösung versprechenden Bach-Kantaten und Messen.

Die Einspielungen von Philippe Herreweghe haben eine in sich ruhende Redundanz, kein aufgesetztes Lärmen oder Erhöhen. Keine Experimente. Alles sehr homogen. Fast schon meditativ. Und das alles mit einem wirklich feinen Chor, und einem punktgenauen Orchester, die sich beide zurücknehmen und die Worte und Inhalte für sich sprechen lassen.

Zusammenfassend eine tiefgehende intensive Frische, die selbst mich – als gläubigen Atheisten – fast dazu verleiten könnte, mitsamt PowerBook iPod und Boxen nachts in eine Kirche einzubrechen. Dann würde ich die Musik laut aufdrehen, und mir vorstellen, das Orchester und der Chor würden für mich ganz alleine spielen!

Aber vielleicht sollte ich – um etwaigen Gefängnisbesuchen vorzubeugen – doch eher bei den Wochenendausfahrten mit den CDs bleiben. Oder auch mal VOR Toresschluß in die Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche gehen. Dort soll nämlich der beheimatete Bach-Chor ganz feinen Ohren- und Herzschmaus bieten! Wobei ich mir nicht ganz sicher bin, was die sagen, wenn ich Zeus mit in die Kirche schleppe!? Wobei?! Vielleicht „jault“ er ja ganz stimmig mit und alle sind dann glücklich. Wie im Himmel auf Erden. Wuff!

P.S. Für die interessierten LeserInnen noch diese Info: Während ich diese Zeilen hier schreibe, lausche ich – au contraire – der wundervollen Scheibe „Boys and Girls“ des wunderbaren Bryan Ferry.


© Copyright: Virgin Music Germany

Die CD, wie er, ein absoluter Alltime-Favorit von mir. Mit dem Erscheinungsdatum 1987 ist „Boys and Girls“ zwar nicht ganz so alt, wie die Bachwerke;-) Ins Herz gehen diese Songs aber auch! Und wie… Darum ist sie wohl 2005 auch wieder neu remastered worden. Und mit was? Mit Recht! Genau.

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