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Rainer Langhans, Du Verräter!

Januar 16, 2007

Heute um 12:45 mit Freund D. auf einen Cappuccino verabredet. Für mich spät, für ihn früh, da er bis in die Puppen die Golden-Globe-Verleihung auf Pro7 angesehen hat. Treffpunkt das SFCC auf der Leopold, dort wo früher das Eiscafe Venezia (Gott hab‘ es selig) war. DAS Eiscafe, das mich durch meine Kindheit, Jugend und Mannwerdung begleitet hat. Nicht nur mich; irgendwie auch fast alle Schwabinger, die etwas auf sich hielten, und mit Kunst, Kultur, Journalismus, Film, Revolution, Verbrechen und anderen wirren Dingen zu tun hatten. Jahrzehntelang!
(Ihr Name wäre Legionen und eine Liste aufzustellen, wer alles von den Anfängen vor über 30 Jahren bis zur Schließung dort auf der Leopold Stammgast war, und vorher und parallel im Capri, würde kilometerlange Blogseiten füllen. Vielleicht hole ich das ja irgendwann einmal nach…)
Auf jeden Fall mußte das Venzia irgendwann zugunsten einer Amerikanischen Pizza-Kette schließen, die dann ihrerseits schloß und das SFCC die Örtlichkeit übernahm. Wie auch immer. Einer, der nie im Venezia war, war Rainer Langhans. Mitbegründer der Kommune 1, Revoluzzer und Polit-Sponti-Clown aus den 68ern und Miterfinder (so irgendwie) der „freien Liebe“; darum auch noch heute mit fünf Frauen in einer WG zusammen lebend. Anders, seine damalige Freundin, Uschi Obermeier, die war schon ab und an da, im Venezia, aber um die geht es hier gar nicht. (Zitat Rainer Langhans: „Die ist ja jetzt auch in El Eh“) Leider.

Also.

Ich heute mit dem Hund im Schlepptau auf dem Weg ins SFCC. Von hinten überholt mich der Fahrrad-Raser Rainer Langhans. Eigentlich nichts ungewöhnliches, da er mit seinem Harem gerade mal 17 Häuser von mir entfernt wohnt und ich ihn darum öfter hier im Viertel rumradeln sehe.

Diesmal ist unser „Treffen“ aber doch irgendwie anders als sonst, ja irgendwie ein wenig schockierend für mich. Denn zu sehen, daß der Hippie, der Kommunarde, der wilde ungezähmte APO-Mann, der frühe 68er Revolutionär, der gegen das Establishment angehende aussergewöhnliche Konsumgesellschaftskritiker von damals, also der, der heute der spirituell-esoterische Rainer Langhans ist, in seiner Frauen-Freizeit Squash-spielen geht, das schafft mich irgendwie.

Naja, wenigstens hat er – politisch korrekt – Zwischenstop beim netten Öko-Laden an der Ecke gemacht. Da sei ihm das spießig bourgoise Squashen doch irgendwie nachgesehen. Für den Moment…

Außer, ich sehe ihn demnächst mit einer Golfbag auf seinem Fahrrad. Dann werde ich vielleicht auch ein „PuddingAttentat“ auf ihn planen… Sollte ich aber – wie er seinerzeit – auch vorher verhaftet werden, möge sich doch bitte jemand um meinen Hund kümmern. Der kann sich – anders, als dem Langhans seine Mädels Frauen – nämlich nicht selber versorgen. Danke.

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3 Kommentare leave one →
  1. Januar 17, 2007 4:43 pm

    äh, Marc, du tust ihm da unrecht, dem Langhans. Der ist doch nicht zum Squaschen gegangen. Das Ding in seinem Fahrradkörbchen war kein Squasch-Schläger, sondern seine neue Flat-Sitar (zusammenfaltbar).

  2. Januar 17, 2007 9:04 pm

    Eine Flat-Sitar!?

    Verrückte Welt. Verrückte Welt.

  3. Anonymous permalink
    Februar 11, 2007 10:09 am

    Irgendwann werden auch Kommunarden müde und bequem :-)))

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