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Sex, Fenstersimse und Akrobatik

März 19, 2007

Vor ein paar Tagen war es, als ich den Entschluß faßte, meine eigentlich hochgelegenen und sicher geglaubten Fenster in Zukunft nie mehr nicht immer ständig offen zu halten.

Am späten Abend war es nämlich, als im Hinterhof ein Geschrei und Gequietsche ansetzte, wie man es sonst nur vom Liebesspiel wilder rolliger Katzen kennt. Dieses abendliche Gequietsche stellte aber jede gierig geil lärmende Katzenbrut locker in den Schatten, was Lautstärke und Intensität anging. Durch die dunkle Nacht aus dem Fenster spähend entdeckte ich nach einiger Zeit das Unglaubliche. Zwei (echt riesige) Marder saßen im dritten Stock auf einem Fenstersims (sic!), kämpften und versuchten wahrscheinlich zu kopulieren Marderliebe zu machen; soweit so gut. Allein, wie sie da auf den schmalen Sims in den dritten Stock (siehe Foto) gekommen waren, erschloß sich mir im ersten Moment nicht so ganz.

Die voreilig gerufene Feuerwehr (weil es Nachts erst so aussah, als ob sich der eine in dem Netz vor dem Fenster verfangen hatte und nur deshalb immer so schrie) sah das alles wesentlich entspannter, als die inzwischen komplett an den Fenstern versammelte Nachbarschaft. Die kernigen Feuerwehrmänner kommentierten es lapidar so, daß das ganze Theater wohl nur deshalb entstanden sei, weil das Weibchen scheinbar nicht ganz so wollte, wie das Männchen. Danach stocherten sie mit einem langen Stecken etwas in deren Richtung herum, woraufhin der eine Marder mal kurz drei Stockwerfe in die Tiefe sprang und dann hektisch aber munter aus dem Kegel unserer Taschenlampen hinaus in die Nacht entschwand. Die Feuerwehrjungs meinten nur, das sei kein Problem, die Biester seien wie Katzen. Und je höher desto besser, für den Sturz. Kritisch würde es erst ab sechs Stockwerken. Aha. Soso. Den anderen Marder wollten sie dann auch nicht extra runterholen, er war schließlich auch gar nicht im Netz verfangen. Sie meinten nur, daß sie nochmal kommen würden, wäre er am nächsten Morgen noch da. Was aber sehr unwahrscheinlich sei, die Viecher wären echt gute Kletterer. Sie hatten recht, er war am nächsten Morgen weg.

Was nicht weg ist, ist meine Vorstellung, daß ich demnächst nach Hause komme, und nur, weil ich mein Schlafzimmerfenster offen gelassen habe, ich plötzlich ein paar lauthals und heftig kopulierende Marder in meinem Bett vorfinde. Und sich vor alledem die gesamte Nachbarschaft wundern würde, was das nicht nur für äußerst laute (das wäre ja noch ok), sondern zudem auch überaus merkwürdige Geräusche sind, die da aus meinem Schlafzimmer kommen.

Wie gesagt, ich lasse in Zukunft meine Fenster lieber zu.

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