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Blumige Kindersprache 2007 versus Charles Bukowski

Juli 3, 2007

Warum muß dieses hyperaktive Blümchen da, diese Tulpe Rose, bei Jetzt.de, ständig zwanghaft maniriert Scheiße, Kacke, Ficken, Kotze und weitere (allerdings nur für kleine Kinder) aufregend böse gefährlich wilde Worte in fast jeden ihrer Blogbeiträge schreiben einbauen? Das hat sie mit ihrem Schreibstil doch eigentlich nicht nötig, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Was also ist das? Eine krampfhafte Auflehnung gegen die eigene spiessig kleinbürgerliche Kindheit? Der Wille ganz besonders wild und ungewöhnlich zu erscheinen? Die Sucht nach cooler Annerkennung durch die anderen verwirrten orientierungslosen Kids?

Ich weiß, ich weiß, ich muß es ja nicht lesen! Klar! Aber manchmal kann ich einfach nicht anders. Das ist wie bei einem blutigen Unfall, einem schrecklichen Unglück oder der Hitparade der Volksmusik, wo ich einfach hinschauen muß, ob ich es will oder nicht. Und wie gesagt, eigentlich schreibt sie ja ganz feine Stories.

Aber trotzdem und mal ganz ehrlich, wie langweilig ist denn das in 2007? So ein gespreiztes gewollt pseudoordinäres Geschreibsel?! Kann der jungen Dame bitte mal jemand erklären, daß das Menschen, wie z.B. Charles Bukowski schon in den 60ern und 70ern (et. al.) des letzten Jahrtausends gemacht haben. Allerdings mit etwas mehr wilder resignierter Revolution in der wunderbar versoffenen Birne und auch mit mehr glaubhafter selbstzerstörerischer Lebenserfahrung im runzeligen Arsch. Dabei immer auf der realen Kippe des Lebens und des Systems balancierend… (Und nicht eventuell abgesichert durch Eltern, ein funktionierendes Sozialsystem oder was auch immer.)

Andererseits ist das alles wohl das legitime Privileg der Jugend. Ein wichtiges Privileg. Alles ausprobieren und sich gegen alles auflehnen. Und dabei in jedem Moment glauben, man sei der erste Mensch auf der Welt, der so außergewöhnlich handelt und so außergewöhnlich ist… Was ein schnuckeliger Irrtum.

Postscriptum 1:

„Ich mag Hunde lieber
als Menschen und
Katzen lieber als
Hunde und mich
am liebsten von allen, besoffen
in meiner Unterwäsche
aus dem Fenster schauend.“

Charles Bukowski

Postscriptum 2:

„Ich ging mit dem Gefühl ins Bett, das alle Säufer kennen; ich hatte mich lächerlich gemacht, aber zum Teufel damit…“

Charles Bukowski

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10 Kommentare leave one →
  1. Juli 3, 2007 8:33 pm

    Was, die bloggt noch? Immer diese leeren Versprechungen…

  2. Juli 3, 2007 8:41 pm

    Mensch, das klingt ja fast, als würdest Du alt. Und sonderbar. Oder bist’s Du’s gar schon? Oder ist’s das Wetter, das uns alle so ein bisserl grüblerisch und grummelig macht? 😉Aber, in jedem Fall: Recht hast Du!

  3. Juli 3, 2007 11:09 pm

    Wenn Frollein Rose sich hier an Charles Bukowski messen muss, machst du ihr damit doch eigentlich schon ein ziemlich großes Kompliment 🙂 (Das schmerzhafte Unfall-Voyeurs-Gefühl habe ich beim Lesen übrigens auch immer…aber auch bei Bukowski. Und Hemingway. Sind mir alle …peinlich. Aber ich bin auch spießig und mag Fontane.)In der Tradition welches großen Literaten steht der werte Autor selbst denn? Ist der Blog-Titel etwa ein Indiz?

  4. Juli 4, 2007 8:28 am

    @ DorinJa, denn auch das mit den leeren Versprechungen ist ein Privileg der Jugend; keine Frage!

  5. Juli 4, 2007 8:53 am

    Nunja Cohu, daß sie sich an Hank Bukowski messen lassen muß, sehe ich eher nicht. Darum schrieb ich ja auch – und nur bezugnehmend auf die Häufigkeit gewisser Ausdrücke – „Menschen, wie z.B. …“, was Dir als belesen eloquenter Sprachgenialistin doch sicher nicht entgangen ist. Würde ich aber nun anfangen, Dir die semantischen Feinheiten meines unzulänglichen Postings ausführlich erklären zu wollen, hieße das ja, die bekannten Eulen ins staugeplagte Athen zu schicken. Und das bei den heutigen Transportkosten; nein. Ha!Außerdem und um es mit Fontane zu sagen, dies:„Die Frage bleibtHalte dich still, halte dich stumm,Nur nicht fragen, warum? warum?Nur nicht bittere Fragen tauschen,Antwort ist doch nur wie Meeresrauschen.Wies dich auch aufzuhorchen treibt,Das Dunkel, das Rätsel, die Frage bleibt.“

  6. Juli 4, 2007 9:29 am

    @ mawaNothing special! Frag Freund D., der wird Dir bestätigen können, daß „grübel-grummelig“ schon immer mein dritter Vorname ist…

  7. Juli 4, 2007 11:56 am

    Schon besser. Jetzt noch ein paar Fotos vom guten Theo, wie er rassige Schönheiten mit Plateauschuhen abschlabbert(bzw. in diesem Fall eher ein paar Schritte vom Wege mit Diakonissen tut), und we’re talking business!

  8. Juli 4, 2007 8:27 pm

    Tscha Cohu, das wird dann wohl nüscht mit uns. Vom Theo gibt es meines Wissen nach nämlich – im Gegensatz zu „Hank“ – keine Photos mit Schönheiten oder Diskonissen, egal welcher Art. Too bad…

  9. Juli 6, 2007 11:19 am

    Dafür erklärt uns die Rose grade wieder den Sinn des Lebens. Darauf hab ich mindestens so lange und sehnend gewartet wie auf Fontane-Pixxx.

  10. Juli 7, 2007 9:26 am

    Ich habe das ellenlange Rosen-Traktat nun auch mal gelesen. Ich denke, sie vergeudet Ihr Talent bei Jetzt.de! Vielleicht wäre sie mit solch plakativen Lebens-Erklärungen bei „Focus-Youth“ oder „Bild-Kids“ zielgruppengerecht besser aufgehoben.

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