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Sinnliche Frauen in Seidenunterwäsche und mein Türschloß

September 9, 2007

Ich gebe es endlich öffentlich zu! Ab und an, wenn ich (ausnahmsweise mal) frühmorgens die Münchner Wohnung verlassen muß, liegt noch die eine oder andere wunderbare Frau sinnlich schlafend dahingestreckt in meinem Bett. Lieblich und unschuldig aussehend. Im Reich der Träume schwebend. Und lecker warmen Schlafesduft verströmend. Eigentlich die Einladung, sich nochmals zu ihr zu legen und sie mit einem Kuss an der süßesten aller süßen Stellen zu wecken. Aber nichts da. So eine Frau, mit der man des Nachts das Kamasutra von A-Z durchgespielt hat, mit der man sich lüstern geil durch sämtliche Zimmer der Wohnung (inkl. Bad und Abstellkammer) gewälzt hat, mit der man das ganze Haus in eine nächtlich gierig laute Geräuschkulisse getaucht hat, so eine Frau, die es sogar lächelnd in Kauf genommen hat, daß man ihr die (natürlich sündhaft teure) Seidenunterwäsche vom bebenden Leib (kaputt)gerissen hat, so eine Frau, die darf man morgens einfach nicht wecken!


Nein!

Man muß sie schlafen lassen und frohgemuth still und leise die Wohnung verlassen. Neben ihr auf dem Bett dann noch einen Zettel drapieren, mit süßen Worten und dem Hinweis, sie möge später, wenn sie dann geht, (allen Einbrechern dieser Welt zum trotz) die Wohnungstür einfach fest ins Schloß ziehen.

Und eben aus diesem Grund habe ich ein schweineteures Schloß mit einem schweineteuren Seiten-Schließ-Bereich. Durch diese Kombi ist es für Einbrecher fast unmöglich, mal eben schnell und leise in meine Wohnung einzubrechen. Weder Scheckkarten, noch Drähte, noch sonstige flinke Einbrechergerätschaften fruchten da.

Darum können so wunderbare weibliche Geschöpfe – die mit mir die Nacht verbrachten – zum einen ganz entspannt und angstfrei in meinem (selbstverständlich mondän kuscheligen) Bett weiterschlafen. Zum anderen ziehen sie nachher einfach die Wohnungstüre hinter sich zu und ich muß keine Angst haben, des Abends in eine von freundlichen rumänischen Einbrechern leergeräumte Wohnung zu kommen.

Anders stellt sich die Situation dar, wenn ich ganz alleine den Abend verbringe. Lecker Pasta esse, dazu einen guten Barolo trinke, spanischen Gitarrenklängen lausche, schwachsinnige merkwürdige Schirrmacher-Artikel in der F.A.S. lese (unter der Woche komme ich nie dazu) und Glas für Glas immer angedüdelter werde. Dann ruft nämlich irgendwann der Hund, der sein Recht einfordert, noch seine späte Abendrunde zu gehen. Also schnell die Schuhe angezogen, eine Jacke gepackt, die Hundeleine und raus zur Tür. Der normale Griff dabei, also vorher den Türschlüssel innen aus dem Schloss zu ziehen, diesen normalen – in Fleisch und Blut übergegangenen – Griff, den habe ich gestern – durch zuviel Wein und zuviel Schirrmacher – das erste Mal in meinem Leben vergessen!

Sämtliche Versuche, die ich dann (Nachts um halb eins) mit eigenem Pseudo-Einbrecherwerkzeug aus dem Keller versuchte schlugen fehl; das Schloß und die Tür waren tatsächlich so gut, wie der Verkäufer seinerzeit behauptete. Der Schlüsseldienst, der um kurz vor eins bei mir vor der Türe stand, versuchte dann auch nur all das, was ich schon versucht hatte (Bildung macht schlau!), allein er hatte genauso wenig Erfolg, wie ich. „Zu gut…“, sagte er nur, „…zu gut! Das kann man nur aufbohren!“ Während er sein Aufbohrwerkzeug holte, versuchte ich es mit seinem Profi-Werkzeug auch noch einmal selber, aber nichts da. Er also zurück, Schloß aufbohren, Schraube ins Schloß drehen, Zylinder-Zieher ansetzen, und irgendwann um 01:30 Uhr, war das Schloß endlich draussen. Die Türe dagegen immer noch zu. Eine dubiose innere Sperrmechanik verhinderte, daß er jetzt mal ganz locker aufsperren konnte. Also eine weitere Viertelstunde in der Türe rumfrickeln, bevor sie sich endlich öffnete.

Danach gingen wir noch unten in die Kneipe, um diesen schweren gemeinsamen Kampf mit einem Absacker zu beschließen. Gezahlt hat den Absacker übrigens er, was er bei seinem saftigen Samstag-Nacht-Ein-Stunden-Tür-Aufbruch-Tarif auch locker verschmerzen konnte.

Fazit: Entweder lasse ich in Zukunft das mit den Frauen sein. Oder ich lege mir ein schlichteres Schloß zu. Oder ich trinke einfach keinen Wein mehr, während ich Schirrmacher lese… Fragen über Fragen…

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2 Kommentare leave one →
  1. September 9, 2007 8:04 pm

    Oder Du schummelst Deinem Hund einen Zweitschlüssel ins Halsband…

  2. September 9, 2007 8:24 pm

    Tipp von der in frühen Zeiten öfters den Schlüsseldienst bezahlenden RINSKI: Bau ein billiges Schloss ein. Denn noch nicht mal das teuerste Schloss der Welt bewahrt dich davor, dass deine süß riechende, seidenbeschlüpferte Schlafgenossin nicht selbst nach dem fulminanten Schäfterstündchen bei einer Tasse Kaffee Deinen Festnetzanschluss benutzt, um ihre womöglich rumänischen Freunde anzurufen, die Deine Wohnung komplett ausräumen. Die Gefahr lauert immer da, wo man sie nicht vermutet!

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