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Guter Sex – Schlechter Sex – Gar kein Sex

Oktober 16, 2007

Dorin bemängelt in den Kommentaren zu diesem meinen pseudoliterarischen Posting zurecht, daß ich (Anm. d. Verf.: leichtfertig und ohne Nachzudenken) den Begriff „guter Sex“ verwendet habe, und wirft darum die Frage in den Blog…

„… was bitteschön guter Sex ist und ob nicht Sex an und für sich gut ist bzw. ob es so etwas besonderes darstellt, guten Sex zu haben…“

Also. Hört, lauscht und vernehmt meine (momentane) Meinung zu dieser rethorischen Frage des Rumänen: Prinzipiell ist es gut Sex zu haben. Sex ist also der aus dieser Feststellung resultierenden Logik folgend ganz klar etwas gutes. Ob Sex darum aber trotzdem immer gut, im Sinne von völlig erfüllend und sinnlich höchst lustvoll, ist, vermag ich doch sanft anzuzweifeln. Selbst wenn Sex per se durch die Tatsache der warmen Nähe (körperlich, wie seelisch) etwas gutes ist, gibt es dennoch Abstufungen in der persönlichen Empfindung der jeweiligen sexuellen Situation. Und es ist doch auch so, daß es Sex gibt, den man im nachhinein mit „nicht so gut gewesen“ tituliert. Ergo, wenn es dieses „nicht so gut“ gibt, ziehe ich den klaren Umkehrschluß, daß es deshalb auch Sex gibt, den man mit Steigerungsformen wie gut (und umwerfend, großartig und phänomenal) bezeichnen kann.
Vereinfachtes Resultat: Es gibt diesen besagten guten Sex UND es gibt nicht so guten Sex, auch und obwohl Sex eigentlich immer gut ist. Das ist letzten Enden reine semantische Haarspalterei…

Was ich aber viel interessanter (und auch erschreckender) finde, ist folgende Tatsache. Ich wohne in einem Haus mit einigen (auch wechselnden) Paargemeinschaften. Bei denen gehe ich mal davon aus, daß sie auch ab und an Sex haben. Egal ob guten, normalen oder schlechten, oder was auch immer für einen. Warum ich in den vielen Jahren, in denen ich hier wohne, trotz relativer Hellhörigkeit des Hauses, aber noch nie eines dieser Pärchen hier im Haus anständig laut habe lustvollen Sex machen hören, ist schon merkwürdig. Fazit wäre da: Die haben entweder gar keinen Sex, oder immer nur nicht so guten. Anders kann ich mir diese langweilige sexuelle Stille in meinem Haus nicht erklären…

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4 Kommentare leave one →
  1. Oktober 17, 2007 9:27 am

    Ich glaube, Deine Nachbarn sind vollauf damit beschäftigt, Deinem lautstarken Treiben zu lauschen und vergessen darob ihr eigenes Sexleben…Ansonsten halte ich den Ausdruck „guter Sex“ für überflüssig. Mag sein, daß man mal darauf hinweisen muß, schlechten, miesen oder unbefriedigenden Sex gehabt zu haben, aber im Grunde beinhaltet für mich das Wörtchen Sex das gut mit drin, so daß es nicht gesondert herauszustellen ist (für die Germanisten unter Deinen Lesern: eine Tautologie à la weißer Schimmel)

  2. Oktober 17, 2007 6:04 pm

    Lieber Narziss, falls Du jemals in einem Haus wohnst, in dem Du akustisch/visuell mitbekommst, dass jemand Sex hat, womöglich auch noch guten Sex, dann lass es micht bitte wissen. Ich hab in 17 Jahren in drei verschiedenen Mehrfamilienhäusern in drei verschiedenen Stadtvierteln gewohnt, und NIE, ich betone NIE irgendwas Lustvolles gehört oder gesehen. Außer einem einzigen Mal, als ich vom ersten Stock in die Erdgeschosswohnung des Hausmeisters sehen konnte und der Hausmeistersohn seine Freundin gefxxxt hat. Sie hat gequiekt, er hat nur gehustet. Wenig lustvoll aber lustig.@Dorin: weißer Schimmel ist keine Tautologie, denn es gibt auch Schimmel, die keinesfalls weiß sind. Das muss ich als Pferdefachfrau jetzt mal klugscheißerisch anmerken 🙂

  3. Oktober 17, 2007 6:33 pm

    @ DorinMag sein, mag sein, allerdings ist es mir nach schönwilden lauten Nächten immer höchst unangenehm, im Hausflur den Nachbarn zu begegnen… Wobei ich nicht weiß, ob es denen nicht vielleicht viel unangenehmer ist…@ Rinski 1.Ach, was bin ich froh, daß Du inzwischen zufrieden auf dem Land lebst, sonst müßte ich noch damit rechnen, daß Du rein aus akustischen Gründen zu mir ins Haus ziehst. Und mir morgens im Hausflur dann immer wissend, komplizerisch zuzwinkerst… Wobei sich noch die Frage stellt, wie es den mit Deinem Treiben so steht? Könnte man Dir morgens im Hausflur auch zuzwinkern?@ Rinski 2.Danke, daß Du mir heute das klugscheissern abgenommen hast…

  4. Mai 11, 2008 10:07 am

    Möglicherweise – man kann das ja nie so ganz genau wissen, es sei denn man fragt – ist deren Definition von guter Sex: leiser Sex? Das würde das Fehlen der Geräuschkulisse erklären. Oder das Schlafzimmer, Esszimmer … oder wo deren „guter Sex“ stattfindet ist schalldicht? Oder die haben immer nur Sex wenn keiner im Haus ist? Oder die präferieren Kuschelsex, oder, oder, oder … In meiner Wohnung jedenfalls kann man den/die Nachbarn hören, obwohl in unserem Haus vornehmlich ältere Menschen wohnen. Naja, das lässt ja dann Grund zur Hoffnung zu, dass das mit dem Alter nicht ganz hoffnungslos ist. Ich hätte da übrigens noch einen Aspekt zur Überlegung des „guten Sex“: Eigene Tagesverfassung, sich daraus ergebender Anspruch und Begehrlichkeit. Beispiel: Wenn es einem „nur“ nach Blümchensex ist und der Partner gerade aber meint den feurigen Spanier abgeben zu müssen dann war das nicht gut, an einem anderen Tag an dem man selber selbigen begehrt dem Partner aber gerade nur nach Kuschelsex ist, dann war das auch nicht gut, an Tagen an denen beide gerade in der gleichen Stimmung sind: gut. Was sind nun die Chancen, dass man immer in der selben Stimmung wie der Partner ist? Und wäre guter Sex auch dann noch gut wenn es keinen „nicht so guten“ gäbe? In Ermangelung einer Vergleichsmöglichkeit könnte der gute Sex also zum langweiligen Einheitsbrei mutieren.

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