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Freunde, quo vadis?

November 3, 2007

Ich finde es ja grundsätzlich mal schön, wenn meine Freunde, entfernten Bekannten und gerne gelesenen Blogger zusammen an einem „Whow, das finden wir aber geil…“-Strang ziehen. Das hat so etwas heimelig verbundenes in dieser großen Stadt.

Wenn sie aber alle unisono einer Frau lobhudeln, deren (fast) einziges Verdienst es ist, in der New York Lower-East-Side zu wohnen (Oho oho, die wohnt in New York, wie toll…) und dort neben schlechten Büchern, die sie schreibt, auch etwas digitales Networking zu machen (Oho, die macht digitales Networking, wie aussergewöhnlich in diesen Zeiten…), dann macht mich das schon etwas nachdenklich. Zumal selbige Dame, Reverend Jen genannt, und ursprünglich aus dem (für US-Verhältnisse) miesen kleinen Kaff Silver Spring kommend, neben einem häßlichen kleinen Chihuahua (und jetzt kommt das eigentlich echt schlimme) auch ein unglaublich grenzdebiles bescheuertes Troll-Figuren-Museum ihr eigen nennt. Und das natürlich mit Stolz.

Eigentlich halte ich Menschen, die über 12 16 sind, und die freudestrahlend Püppchen und Figürchen sammeln, gerne für etwas mental grenzwertig überspannt; dies ganz besonders, wenn sie selbige noch stolz in einem Museum präsentieren. Das sind auch die, in deren Autos lauter Stofftierchen rumliegen, oder die am Rucksack so Diddl-Figuren (oder ähnliches) hängen haben und in Kontaktanzeigen immer betonen, wie wichtig ihnen Humor und Nivea an einem Partner sind und daß sie selber „etwas verrückt“ seien, oder – ganz aufregend – einfach „anders, als viele andere…“.

Hoffentlich färbt das nicht auf die oben genannten lieben Freunde, Bekannte und Blogger ab. Sonst kriege ich demnächst von denen noch Einladungen in neu eröffnete eigene Überraschungs-Ei-, oder Putzi-Bär-Museen. In denen Poldi oder Agostini jeden 2ten Dienstag im Monat ihre Fußball-Schlamm-Poetry vorlesen! Brrr…

Nachtrag 061107:

Alexa hat hätte sich beinahe in die „Frau hinter dem Kunstwesen“ Reverend Jen verliebt! Und findet mich dafür (so zwischen den Zeilen) spießig, kleinbürgerlich und kleinkariert! Kann ich aber voll gut mit leben… Nicht umsonst habe ich mir einen grauen Kittel samt Hut gekauft!

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15 Kommentare leave one →
  1. November 3, 2007 4:03 pm

    Natürlich ist das Führen eines Troll-Museums nicht ihr einziger verdienst, sondern sie hat 12 Jahre den < HREF="http://en.wikipedia.org/wiki/Anti-Slam" REL="nofollow">Anti-Slam<> wöchentlich geleitet, hat eine < HREF="http://www.electraelf.com/" REL="nofollow">eigene Fernsehsendung<>, eine < HREF="http://www.artnet.com/magazineus/authors/reverendjen.asp" REL="nofollow">Kunst-<> und eine < HREF="http://www.nerve.com/regulars/ididitforscience/" REL="nofollow">Sex-<> Kolumne. So jemand bräuchte die Münchner Subkultur auch.

  2. November 3, 2007 4:23 pm

    Lieber Patrick, ich weiß doch, wie man Dich hinter dem sonst etwas stillen Kommunikationsofen hervorlocken kann;-)Danke für die Aufklärung zu der Troll-Frau mit dem kleinen Köter. Ich könnte ja jetzt einlenken und versöhnlich schreiben, daß Du ja im Grundsatz Recht hast. Mache ich aber nicht! heute ist mein Krawallsamstag!Eine erwachsene Frau, die Trollfiguren sammelt, selbige in einem Museum ausstellt und einen beknackten Chichuaha ihr eigen nennt, bleibt für mich suspekt, egal, was immer sie sonst feines macht.Und irgendeine kleine schlecht aufgezeichnet und geschnittene TV-Show im lokalen Bürgerkanal des örtlichen Kabelnetzes ist zwar rein faktisch eine eigene Fernsehsendung, aber doch bitte nicht mit einer echten Fernsehsendung zu vergleichen. Was ihre kreative Leistung wirklich keinstenfalls schmälern soll, sondern hilft, die Verhältnisse etwas gerade zu rücken. So daß wir da auf dem Teppich bleiben.Auch zwei Online-Kolumnen sollte man doch bitte nicht überbewerten. Die hat heute jeder halbwegs clevere Student im dritten Semester Germanistik oder so…Das einzige, wo ich Dir uneingeschränkt Recht gebe, ist der Verdienst mit dem Anti-Slam, so etwas würde uns hier auch gut zu Gesicht stehen.Letzten Endes ist sie einfach eine gute Selbst-Vermarkterin, die das ziemlich gut anstellt und damit sicher ihr finanzielles Auskommen hat und einigen Menschen Freude bereitet. Das ist in Ordnung und gut und fein und respektabel. Und da kann es gar nicht wenig genug geben, von solch kreativ wilden Frauen.Trotzdem – ich komme auf meinen Beitrag zurück – bleibt sie für mich ganz persönlich eine zwar sehr attraktive, interessante und sicher intelligente, aber dennoch etwas arg überspannte Frau, die Trolle sammelt, stolz ausstellt und ständig einen kleinen bescheuerten Köter hinter sich herzieht.Ich lade Dich aber zu unserer Hochzeit ein, versprochen!

  3. November 3, 2007 4:41 pm

    Und ich dachte Ihr Hundebesitzer würdet zusammenhalten…Aber nachdem Du ja scheinbar genug Zeit hast Dich über die New Yorker Subkultur auszulassen, könntest Du ja was für die Münchner Subkultur machen und am Schwabylon Blog weitermachen oder noch besser die Geschichten über Graf Horror Charly und Co gleich bei < HREF="http://www.sub-bavaria.de" REL="nofollow">sub-bavaria<> reinstellen. Mit < HREF="http://www.sub-bavaria.de/wiki/Pete_and_Rob" REL="nofollow">Pete and Rob<> und < HREF="http://www.sub-bavaria.de/wiki/Doctor_D%C3%B6blingers_Geschmackvolles_Kasperltheater" REL="nofollow">Docotor Döblinger<> gibt es ja auch eine vorzeigbare subkulturelle Puppen- und Spielfigur-Fraktion in München.

  4. November 3, 2007 5:05 pm

    Ist irgendjemandem vielleicht schon aufgefallen, daß die Dame ganz gut aussieht? Was soll dann die Diskussion darüber, was sie bereits geleistet hätte…Und zum Thema Überraschungsei kann ich nur Thomas Lux‘ „Welz Katalog Figuren aus Überraschungseiern“ empfehlen, dessen unveränderten Nachdruck der Originalausgabe 1993 dieser kleine schnucklige < HREF="http://barer80.blogspot.com/" REL="nofollow">Buchladen<> in der Barer Straße führt.

  5. November 3, 2007 5:07 pm

    Und Popa denkt wieder nur ans Geschäft.

  6. November 3, 2007 5:21 pm

    Und an Sex!

  7. Anonymous permalink
    November 4, 2007 8:53 am

    Daisy-Hundebesitzer sind doch bekannt für ihren guten Geschmack.

  8. November 4, 2007 12:10 pm

    @ patrick: Hihi, gutes Argument mit dem Schwabylon-Blog! @ marc: Du hast recht, dass des Frollein Jens DIY-Videos zum Teil recht gaga sind (zum Teil aber auch sehr unterhaltsam, wie der gestrige Abend bewies). Aber ich finde, das ist auch gar nicht das, was die Dame interessant macht (und es ist auch nicht ausschließlich das, was Dorin anspricht 😉 Sondern: Rev Jen scheint ihre (Wahl)Heimatstadt wirklich zu lieben, sie setzt sich für ihr Viertel ein, macht Führungen im wirklich sehr empfehlenswerten „Lower East Side Tenement Museum“, schart die Freaks der Gegend um sich und erzeugt damit tasächlich so etwas wie eine Subkultur. Ob der Output ihrer „Art Stars“ nun so wertvoll ist, mag dahingestellt sein – aber die Verbundheit mit ihrem „home turf“ ist sehr sympathisch. Und letztendlich geht es uns allen in unseren Blogs ja auch um nix anderes, oder?

  9. November 4, 2007 7:03 pm

    Bravo! Genau so wird solch mediokres Gesinde berühmt. Ich hab bisher noch nie was von Frau Jens(???) gehört, geschweigedenn von ihrer Anti-Spam oder -Slam-Kolumne. Aber spätestens seit diesen acht vorherigen Blog-Kommentaren weiß ich, dass diese Dame wohl Potenzial hat, für was auch immer. Ich glaube, es gehört viel Geschick dazu, bodenlose Peinlichkeit so zu verkaufen, dass wenigstens über einen gesprochen wird. Deshalb: Prima Marketing, Frau Troll. Ziel erreicht. Ich kenne Sie nämlich jetzt auch.

  10. November 4, 2007 10:41 pm

    Stutenbissig, wa?

  11. November 4, 2007 11:11 pm

    bei anderen Damen gerne, Herr Popa 🙂

  12. November 5, 2007 8:05 am

    @ Narziss, es heißt korrekterweise Agostino – oder wenn schon liebevoll mit Spitznamen: Fußballgott! Sind ja nicht bei den präpubertären Bayerndeppen mit ihren Schweinis, Bastis & Co

  13. November 6, 2007 11:40 pm

    Spießig, kleinbürgerlich und kleinkariert? Eigentlich eher münchnerisch… Und: grau ist ja wieder voll im Trend diesen Winter 😉

  14. November 8, 2007 11:20 am

    Jaja, dabei bin ich ja eigentlich eher auf BLAU und SAND geeicht…

  15. Dezember 9, 2007 5:44 pm

    Ach Du liebe Zeit, das ist mir ja jetzt erst aufgefallen, daß ich jahrelang auf die verkehrten Werte in Männern geachtet habe. Humor und NIVEA sollte er haben, nicht Niveau. Das erklärt natürlich einiges…

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